Dienstag, 31. August 2010

Von Studenten und Indianern

Heute nehmen wir Abschied von Boston. Wir checken aus und gehen zu Fuss zur South Station. Es ist noch nicht mal zehn Uhr morgens, aber die Hitze ist schon unerträglich. Mit der Silver Line geht es zurück zum Flughafen, wo wir auch gleich den Avis-Shuttle-Bus erwischen. Das Einchecken im Avis-Office geht ganz rasch und bald schon stehen wir vor unserem Chevrolet HHR, der ein bisschen wie ein PT Cruiser aussieht. Er bietet viel Platz und unsere grossen Koffer lassen sich problemlos verstauen. Wir machen uns mit dem Wagen bekannt, installieren das Navi und los gehts.

Erstes Ziel unserer Rundreise ist Cambridge, wo wir uns die weltberühmte Universität Harvard anschauen wollen. Harvard wurde im Jahr 1636 gegründet und ist somit die älteste Uni der USA.

Memorial Church
Eine Veranstaltung für die Neulinge
John Harvard
Etwa 20'000 Studenten schreiben sich jährlich in den 14 akademischen Einheiten ein. Studierende aus aller Welt sind hier anzutreffen und interessanterweise sind es nur wenig mehr Männlein (52%) als Weiblein (48%). 



The Carpenter House by Le Corbusier
Das Gelände ist riesig und es wimmelt überall von jungen Intellektuellen. Die Bauten sind allesamt imposant und natürlich finden sich zwischen den Gebäuden gepflegte Gärten und Parks. Markus will sich ausserdem ein Werk des Schweizer Architekten Le Corbusier anschauen. Es handelt sich um das einzige Gebäude, das der Mann auf der 10-Franken-Note in USA erstellt hat. Es gäbe noch vieles zu sehen, man könnte den ganzen Tag hier verbringen. Aber schliesslich wollen wir noch ein Stückchen weiter.


Die zweieinhalb Stunden im Parkhaus haben uns 16 Dollar gekostet... Wir können es kaum glauben. Das sind ja Verhältnisse wie in Zürich. Wir ärgern uns nicht lange und fahren mit Hilfe des Navis bequem auf den richtigen Highway in Richtung Norden. Auf der Interstate 95 kommen wir schnell voran. Unser nächster Stop ist Kittery, eine Outlet-Destination. Wir wollen uns speziell den Ralph-Lauren-Shop anschauen. Die Polo-Shirts sind wirklich schön. Markus deckt sich ein, aber für mich hat es nicht so wirklich was Passendes. Mir ist der Stil fast ein bisschen zu sportlich. Gleich um die Ecke ist der Nike-Store, wo wir auch noch reinschauen. Die Preise sind wirklich sensationell und die Shopping-Aktion ist auch hier erfolgreich - zumindest für Markus!

Nun wollen wir uns aber unser geplantes Tagesziel anschauen: Ogunquit. Die Indianer haben dieses Plätzchen getauft, der Name bedeutet: Schöner Platz am Meer. Der kleine Ort hat Charme und der Blick aufs Meer ist wunderschön. Markus hört auf seinen Bauch und biegt zu einem Motel ab, welches sich als Glückstreffer erweist. Zu einem tollen Preis haben wir alles was wir brauchen. Es ist halb fünf, und wir entscheiden uns noch den 10-Min.-Walk zum erstaunlich belebten Strand in Angriff zu nehmen. Wir wurden vorgewarnt, das Wasser hat nur etwa 16 Grad. Schliesslich sind wir hier am Atlantik. Mein Liebster lässt sich davon aber nicht abschrecken und stürzt sich noch in die Wellen. Ich beobachte dies amüsiert und geniesse im sicheren Abstand die Sonne und die frische, kühlende Brise.

Zurück im Motel sind wir nach der wohltuenden Dusche so richtig hungrig. Wir haben von einem bekannten Steakhouse gelesen und freuen uns riesig auf ein feines Stück Fleisch! Vor dem Haus des "The Steakhouse" ist ein riesiger Parkplatz welcher fast ganz belegt ist und wir ahnen, dass man hier ohne Reservation wohl keinen Tisch bekommt. Tatsächlich, ein gutes Dutzend Leute warten bereits und wir werden freundlich informiert, dass wir etwa 40 Minuten auf einen Tisch warten müssten. Da unsere Mägen schon knurren bedanken wir uns und fahren weiter zu einem Lobster-Restaurant, das uns aufgefallen ist. Markus darf sich seinen Lobster selber aussuchen.... Das arme Tier! Na gut, ich esse sowas ja sowieso nicht... Ihm hat es jedenfalls bestens geschmeckt und wir fallen todmüde und dankbar für einen weiteren, wunderschönen Tag ins Bett.

Montag, 30. August 2010

Boston - Day 2

Der Reiseführer empfiehlt ein Café fürs Frühstück, in welchem scheinbar auch John Travolta gerne einkehrt. Das haben wir heute als erstes auf dem Plan. Der äussere, eher unscheinbare Eindruck trügt nicht. Auch innen ist das "Paramount" nichts besonderes. Allerdings ist es gut besucht und wir müssen eine Zeit lang anstehen, bis wir bestellen können. Die Omeletts und Pancakes sind lecker, aber so richtig können wir den Hype um dieses Lokal nicht verstehen. Am Nebentisch setzt sich ein Mann mit Cap und Sonnenbrille... ich könnte schwören, es ist Ben Affleck! Diskret wie wir sind, fragen wir nicht nach, machen kein Foto und bitten schon gar nicht um ein Autogramm. Aber gewusst hätte ich schon gerne, ob ich richtig liege! :-)

Nach dem Frühstück fahren wir mit der Bostoner U-Bahn ins North End, wo wir entlang dem Freedom Trail den Spuren von Amerikas Kampf für die Unabhängigkeit folgen wollen. Wieder blicken wir aus einer anderen Perspektive auf die schöne Skyline von Boston. Wir spazieren aber nordwärts in das alte Boston hinein. Die Häuser haben auch hier Charme, das kleine Quartier scheint ein Little Italy zu sein. 

Eindrücklich ist die Old North Church mit ihren geschlossenen Bänken. So etwas habe ich ja noch gar nie gesehen. Jede Kabine ist angeschrieben mit Familiennamen und ich frage mich, wo sich wohl das "Fussvolk" hinsetzen durfte? Die Einrichtung ist wie üblich in amerikanischen Kirchen sehr schlicht.
Gleich gegenüber der Kirche ist ein kleiner Coffee Shop, auch im italienischen Stil. Wir kaufen uns Kaffee und Wasser und kommen nicht an den verlockenden Muffins vorbei. Nun kann's weitergehen auf dem Freedom Trail. 
Auf dem Copp's Hill kommen wir zu einem grossen Friedhof, auf welchem viele Persönlichkeiten begraben sind, die mit dem Unabhängikeitskrieg etwas zu tun hatten. Die amerikanischen Friedhöfe sehen ganz anders aus als unsere. Kleine und grosse Grabsteine in den verschiedensten Formen sind über die Wiese verteilt, es scheint fast, als wären sie willkürlich gesetzt worden. Ein System habe ich dahinter jedenfalls nicht erkennen können.

Über die alte Eisenbahnbrücke erreichen wir im Stadtteil Charlestown das Gelände "Navy Yard". Hier liegt die bekannte USS Constitution, das älteste noch im Dienst stehende Schiff der Welt, das auch noch schwimmt. Der schöne Kahn war in mehrere Schlachten gegen die Engländer involviert.

Wir gehen den Trail zu Ende bis zum Bunker Hill Monument, welches an die Schlacht von Bunker Hill von 1775 erinnern soll. Leider wird der Turm gerade gereinigt und ist eingerüstet. Darum hat sich auch ein Foto nicht gelohnt. Hier gäbe es mehr davon zu lesen und sehen.

Der lange Marsch hat uns hungrig gemacht und wir verzehren mit Genuss einen kleinen Lunch in einem Restaurant am Quincy Market, wo wir nebenbei amüsiert dem geschäftigen Treiben, den Strassenkünstlern und den vielen Leuten zusehen können. Auf dem weiteren Weg sehen wir uns noch die Waterfront mit den verschiedenen Wharfs an. Eigentlich wären wir gerne mir der öffentlichen Fähre zum Flughafen und zurück gefahren, um die Stadt auch noch vom Wasser aus zu sehen. Wir finden aber nur etliche private Anbieter, die ihre Ice-Cream-Cruises oder Sunset-Cruises zu sehr hohen Preisen anbieten. Wir brechen die Suche nach einiger Zeit ab, es ist zu heiss, um so lange am Hafen herumzuirren. Entlang der Schatten der Wolkenkratzer flanieren wir zum Hotel zurück, wo wir uns ein bisschen ausruhen, Tagebuch schreiben und den nächsten Tag planen. Heute sind wir zu kaputt, um nach dem feinen Dinner im Vapiano noch etwas zu unternehmen. Ab ins Bett, morgen ist auch wieder ein Tag!

Sonntag, 29. August 2010

Boston - Day 1

Unsere innere Uhr weckt uns noch vor sechs! Markus tobt sich im Fitness-Raum aus, während ich das Gratis-W-Lan vom Hotel genieße. Kurz nach sieben sind wir "ready for breakfast".

Erstaunlich.... wir sind Downtown Boston und die Strassen sind menschenleer. Das mag am frühen Sonntag morgen liegen, wer ist da um diese Zeit auch schon unterwegs... Wir finden nicht weit vom Hotel ein Lokal, das Bagels anbietet - genau das Richtige für das erste US-Frühstück!


Gestärkt machen wir uns anschliessend auf Entdeckungstour durch Boston. Bei herrlichem Wetter marschieren wir als erstes durch den schönen Park mitten in der Stadt, den Boston Common. Gleich hinter dem Park blendet uns die goldene Kuppel des Massachusetts State House. Sehr hübsch ist das angrenzende Quartier Beacon Hill. Markus und ich sind uns gleich einig. Boston ist anders als die USA-Städte, die wir bis jetzt kennen. Die Gehsteige in diesem alten Quartier sind aus rotem Kopfsteinpflaster und auch die Häuser mit den runden Erkern sind aus rotem Backstein. Man kann sich das Leben im alten Amerika, als die Kolonisten gegen die Engländer gekämpft haben richtig gut vorstellen.


Wir spazieren weiter zum South End und sehen schon von weitem den Prudential Tower, mit der im Reiseführer erwähnten Aussichts-Plattform. Im Parterre des beeindruckenden Hochhauses ist eine grosse Shopping Mall untergebracht. Verlockend... aber wir verlieren unser Ziel nicht aus den Augen und fahren mit dem Lift in den 50. Stock. Die Aussicht ist sensationell, erst recht bei dem herrlichen Wetter! Wir betrachten Boston von oben und können uns sogleich besser orientieren.

Und wohin geht's jetzt?

Unten wieder angekommen wartet die nächste Shopping-Versuchung: Der Apple Store. Gerne kühlen wir uns erst mal im angenehm klimatisierten Laden ab und nutzen das leistungsfähige Wi-Fi, um unsere Mails zu lesen und die News-Seiten der Heimat zu checken. Danach nehmen wir die vielen zur Verfügung stehenden I-Pads unter die Lupe! Schon genial, das Teil!! Markus lässt sich überzeugen, schliesslich ist das Gerät beim momentanen USD-Kurs gute 200 Franken günstiger als zu Hause. Ich bin etwas skeptisch - ob das Ding dann in der Schweiz auch funktioniert? Na gut, er muss es ja wissen.

Gleich um die Ecke ist die bekannte Newbury Street mit weiteren Shops und Cafés. Wir bummeln noch ein bisschen und gönnen uns dann einen feinen Salat zum Lunch.

Nach dem Essen setzen wir uns ins nächste Starbucks und schlürfen genüsslich unsere Frappuccinos. Mmmhhhh, genau das Richtige an so einem Tag. Es ist unglaublich heiss und die vielen Schritte durch die Stadt haben uns zugesetzt. Also ziehen wir uns für eine kurze Siesta ins Hotel zurück. Markus widmet sich gleich mal seiner neuen Errungenschaft.

Gegen Abend erkunden wir Bostons Chinatown, welches ganz in der Nähe unseres Hotels liegt und geniessen ein leckeres Thai-Dinner. Für den gebührenden Abschluss des ersten Tages in Boston hat Markus eine Cigar-Lounge ausfindig gemacht, wo wir den schönen Tag ausklingen lassen.

Samstag, 28. August 2010

Kestenholz - Zürich-Kloten - Boston

Ein Doppelsmile lag heute morgen beim Aufwachen auf meinen Lippen... 1. FERIEN!! 2. Die Serenade gestern Abend war einmal mehr einfach ein super schöner Event - aber das ist eine andere Story :-) Nun heisst es "fertig machen" für unsere grosse Reise in den Osten der USA.

Obwohl wir viel Zeit für Wäsche und Packen haben, wird es doch noch etwas hektisch. Aber wir schaffen es, um halb zwei fertig zu sein. Papi und Matthias bringen uns zum Bahnhof... Beide noch etwas übernächtigt von der Serenade-Aftershow-Party :-)

Dank Web-Check-In ist das Gepäck rasch aufgegeben und wir haben wunderbar Zeit für einen kleinen, späten Lunch. An den Nachbarstisch im Thai-Restaurant setzt sich Simon Ammann mit seiner frisch angetrauten Ehefrau! Wohin es die beiden wohl zieht...?

Der Flieger ist fast voll, etliche Familien mit Kleinkindern sind an Bord. Entsprechend laut ist es darum in der Kabine. Dafür begleitet uns herrliches Wetter auf dem ganzen Flug, so dass ich oft am Fenster klebe. Wunderschön sehe ich auf die französische Atlantikküste, und der Flug über Neufundland ist sensationell. Beim Anflug auf Boston kann ich bis Cape Cod blicken! Und ein glühender Sonnenuntergang erwartet uns hinter der Skyline von Boston! Was für ein Willkommens-Gruss!


Mit den so verpönten amerikanischen Einreiseformalitäten sind wir erstaunlich schnell durch und sitzen schon bald im Bus der Silverline in Richtung Downtown. Unser Hotel, das Hyatt Regency Boston, macht einen guten Eindruck. Wir haben noch Hunger, sind aber zu k.o. nach dem langen Flug um nochmal raus zu gehen. Der 24h-Room-Service ist da genau das Richtige. Während wir auf das Essen warten, erkunden wir kurz das Hotel. Markus ist zufrieden mit den Laufbändern im Gym, da wird er sich wohl frühmorgens etwas austoben. Wir genießen Salat und Sandwich auf dem Zimmer und fallen dann todmüde ins Bett!