Montag, 30. August 2010

Boston - Day 2

Der Reiseführer empfiehlt ein Café fürs Frühstück, in welchem scheinbar auch John Travolta gerne einkehrt. Das haben wir heute als erstes auf dem Plan. Der äussere, eher unscheinbare Eindruck trügt nicht. Auch innen ist das "Paramount" nichts besonderes. Allerdings ist es gut besucht und wir müssen eine Zeit lang anstehen, bis wir bestellen können. Die Omeletts und Pancakes sind lecker, aber so richtig können wir den Hype um dieses Lokal nicht verstehen. Am Nebentisch setzt sich ein Mann mit Cap und Sonnenbrille... ich könnte schwören, es ist Ben Affleck! Diskret wie wir sind, fragen wir nicht nach, machen kein Foto und bitten schon gar nicht um ein Autogramm. Aber gewusst hätte ich schon gerne, ob ich richtig liege! :-)

Nach dem Frühstück fahren wir mit der Bostoner U-Bahn ins North End, wo wir entlang dem Freedom Trail den Spuren von Amerikas Kampf für die Unabhängigkeit folgen wollen. Wieder blicken wir aus einer anderen Perspektive auf die schöne Skyline von Boston. Wir spazieren aber nordwärts in das alte Boston hinein. Die Häuser haben auch hier Charme, das kleine Quartier scheint ein Little Italy zu sein. 

Eindrücklich ist die Old North Church mit ihren geschlossenen Bänken. So etwas habe ich ja noch gar nie gesehen. Jede Kabine ist angeschrieben mit Familiennamen und ich frage mich, wo sich wohl das "Fussvolk" hinsetzen durfte? Die Einrichtung ist wie üblich in amerikanischen Kirchen sehr schlicht.
Gleich gegenüber der Kirche ist ein kleiner Coffee Shop, auch im italienischen Stil. Wir kaufen uns Kaffee und Wasser und kommen nicht an den verlockenden Muffins vorbei. Nun kann's weitergehen auf dem Freedom Trail. 
Auf dem Copp's Hill kommen wir zu einem grossen Friedhof, auf welchem viele Persönlichkeiten begraben sind, die mit dem Unabhängikeitskrieg etwas zu tun hatten. Die amerikanischen Friedhöfe sehen ganz anders aus als unsere. Kleine und grosse Grabsteine in den verschiedensten Formen sind über die Wiese verteilt, es scheint fast, als wären sie willkürlich gesetzt worden. Ein System habe ich dahinter jedenfalls nicht erkennen können.

Über die alte Eisenbahnbrücke erreichen wir im Stadtteil Charlestown das Gelände "Navy Yard". Hier liegt die bekannte USS Constitution, das älteste noch im Dienst stehende Schiff der Welt, das auch noch schwimmt. Der schöne Kahn war in mehrere Schlachten gegen die Engländer involviert.

Wir gehen den Trail zu Ende bis zum Bunker Hill Monument, welches an die Schlacht von Bunker Hill von 1775 erinnern soll. Leider wird der Turm gerade gereinigt und ist eingerüstet. Darum hat sich auch ein Foto nicht gelohnt. Hier gäbe es mehr davon zu lesen und sehen.

Der lange Marsch hat uns hungrig gemacht und wir verzehren mit Genuss einen kleinen Lunch in einem Restaurant am Quincy Market, wo wir nebenbei amüsiert dem geschäftigen Treiben, den Strassenkünstlern und den vielen Leuten zusehen können. Auf dem weiteren Weg sehen wir uns noch die Waterfront mit den verschiedenen Wharfs an. Eigentlich wären wir gerne mir der öffentlichen Fähre zum Flughafen und zurück gefahren, um die Stadt auch noch vom Wasser aus zu sehen. Wir finden aber nur etliche private Anbieter, die ihre Ice-Cream-Cruises oder Sunset-Cruises zu sehr hohen Preisen anbieten. Wir brechen die Suche nach einiger Zeit ab, es ist zu heiss, um so lange am Hafen herumzuirren. Entlang der Schatten der Wolkenkratzer flanieren wir zum Hotel zurück, wo wir uns ein bisschen ausruhen, Tagebuch schreiben und den nächsten Tag planen. Heute sind wir zu kaputt, um nach dem feinen Dinner im Vapiano noch etwas zu unternehmen. Ab ins Bett, morgen ist auch wieder ein Tag!

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