Montag, 13. September 2010

Lower Manhattan

Heute wollen wir uns die Spitze der Manhattan-Halbinsel, Lower Manhattan genannt, anschauen. Wir beide waren schon mindestens einmal bei all den Sehenswürdigkeiten wie Wall Street, World Trade Center (auch schon vor dem 11. September) oder der Freiheitsstatue. Aber gerade den Ground Zero und den Fortschritt des neuen Bauprojektes wollen wir uns noch einmal ansehen.

Wir fahren mit der U-Bahn bis City Hall und gehen zu Fuss zur kleinen St. Paul's Cathedral, die stolz zwischen den Hochhäusern steht. Diese kleine Kirche hat nach der Katastrophe im 2001 all den Feuerwehrmännern, Polizisten und freiwilligen Helfern eine Zuflucht geboten, wo sie etwas essen, trinken, kurz ein bisschen schlafen oder sich den Kummer des Erlebten von der Seele reden konnten.

In der Kirche stehen rund um die Kirchenstühle inzwischen verschiedene Stellwände, die viele Geschehnisse um 9/11 dokumentieren. Dazwischen stehen Kleenex-Boxen... und man würde es zu Beginn nicht brauchen. Aber die Stimmung in dem kleinen Gotteshaus ist so erfürchtig, die Bilder bringen die Tragik jener Tage so nahe und man leidet so mit... da ist man plötzlich froh um ein Kleenex. Alle Besucher, die mit uns da sind, strahlen Betroffenheit und Mitgefühl aus. Es ist wahrscheinlich unmöglich, unberührt aus diesem Raum zu gehen.


Hinter der Kirche ist ein ein Memorial Center entstanden, in welchem der 11. September 2001 im Zeitraffer noch einmal beschrieben wird, mit allen schlimmen Ereignissen in den ganzen USA. Ausserdem kann man Geschichten von Überlebenden oder Angehörigen einiger Opfer hören und allerlei Literatur oder DVDs zum Ganzen erwerben. Auch das neue Bauprojekt wird vorgestellt und ich bin wirklich begeistert, was man sich da ausgedacht hat. Auf dem grossen World Trade Center-Gelände wird es zwei grosse Brunnen geben, die an den Standort der Zwillingstürme erinnern. Rundherum werden einige Geschäftsgebäude aufgestellt, wie natürlich auch der Freedom Tower (eigentlich umgetauft in One World Trade Center), welcher mit 541 Meter das höchste Gebäude in New York und in den USA sein wird. Wir sind bewegt und fasziniert von diesem Vorhaben und schauen lange Zeit den Bauarbeitern zu, die mit den riesigen Stahlteilen hantieren und staunen über die komplexen Konstruktionen.

Der Weg führt uns weiter ins Financial Center, an die Wall Street und zur Stock Exchange, der New Yorker Börse. Hier wimmelt es von Polizei und Securities. Wir beobachten, dass auch Mitarbeiter der umliegenden Banken und Finanzinstitute beim Eintreten in die Gebäude kontrolliert und ihre Taschen gescannt werden. Ein riesiger Aufwand und ein enormer Touristenmagnet. Es hat extrem viele Leute hier. Darum gehen wir lieber weiter zur Fähre. Von der Staten Island Ferry hat man eine tolle Aussicht auf die Skyline von Manhattan. Die Fähre ist ein kostenloser Shuttle-Dienst für die Bewohner von Staten Island und wird inzwischen gerne von Touristen mitbenutzt. Schiffahrten aller Art sind für mich jeweils eher eine Qual... aber die Fotos sind schön geworden. Dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt.


Zurück auf dem Festland brauchen wir erst einmal etwas zwischen die Zähne. Wir holen uns zwei Sandwiches bei "Au bon pain" und verdrücken diese bei herrlichem Sonnenschein im Battery Park. Danach spazieren wir weiter zum South Street Seaport: Hafen, Shopping Mall und Verpflegungscenter in einem. Von hier hat man auch schon mal einen tollen Blick auf die Brooklyn Bridge, welche wir dann als Abschluss des heutigen Stadtspaziergangs noch begehen wollen.

Wir treffen per Zufall ein Berner Päärchen, quatschen ein bisschen und machen gegenseitig Fotos.

 
Nun aber rauf auf die Brooklyn Bridge. Es hat vierzehn (!) Jahre gedauert, bis sie fertig gebaut war und ist zu einem der Wahrzeichen New Yorks geworden. Ausserdem ist sie einer der vielen tollen Schauplätze des New Yorker Marathons.

Zusammen mit hunderten anderen Touristen laufen wir auf der erhöhten Fussgängerpassage den massiven Brückenpfeilern entgegen. Der Blick zurück auf die Skyline ist auch von dieser Stadtseite überwältigend.


Müde und zumindest ich mit schmerzenden Füssen kommen wir zurück ins Hotel. Für heute abend haben wir uns ein Thai-Restaurant ausgesucht und wir sind begeistert vom feinen Dinner. Falls mal jemand in New York ist und Lust auf Thai-Food hat: Yum Yum Bangkok

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