Die Fahrt verläuft problemlos, vorbei an grösseren Städten wie Providence und New Haven. Je näher wir dem Big Apple kommen, desto dichter wird der Verkehr. Es gibt ab und zu kleine Stocker, aber richtig im Stau stehen wir zum Glück nie.
Die Beschilderung um den Flughafen herum ist etwas verwirrend und prompt verpassen wir die richtige Ausfahrt. Wir nehmen die nächste und finden dank des Navis problemlos zum Avis-Gelände. Es hat sich gelohnt, das Navi dazuzumieten, wir waren wirklich oft froh darum! Die Rückgabe des Autos geht speditiv über die Bühne und wir nehmen etwas wehmütig Abschied von unserem treuen Begleiter der letzten zwei Wochen.
Ein gelbes New-Yorker-Taxi bringt uns zu unserem Hotel Madison Towers, wo wir kurz nach drei Uhr nachmittags einchecken. Die Zeit der gemütlichen, komfortablen Hotels ist definitiv vorbei. Unser Zimmer hier im Hotel ist ziemlich eng und dunkel. Das ist normal für New York, die Hotels sind schweineteuer. Markus ist etwas kaputt, kein Wunder - wir sind bis auf einen kleinen Kaffeehalt durchgefahren. Der Magen knurrt zwar auch, aber eine halbe Stunde Ruhe muss sein.
Dann machen wir uns auf in die Stadt. Es ist ein wunderbarer, warmer Spätsommertag und die New Yorker haben ihre Sommerröcke, kurzen Hosen und Flip-Flops aus dem Schrank genommen. Zuerst essen wir endlich noch was und dann wollen wir gleich mal in die Höhe. Das Wetter soll morgen leider schlechter werden, darum wollen wir noch ein paar schöne Aussichts-Fotos schiessen. Da wir beide schon mal auf dem Empire State Building waren, erklimmen wir dieses Mal den Turm des Rockefeller Centers, genannt "Top of the Rocks". Die Aussicht an diesem herrlichen Tag ist atemberaubend.
Und jetzt ist Tennis angesagt. Wir haben Tickets für das Damen-Finale am US-Open! Wir steigen in die U-Bahn und fahren hinaus nach Queens, genauer nach Flushing Meadows. Unsere übers Internet bestellten Tickets erhalten wir problemlos und wir stürzen uns ins Getümmel dieses riesigen Geländes!Auf den Grossbildschirmen sehen wir gerade noch, wie Fedi den Halbfinal gegen Djokovic verliert. Und das, nachdem er zwei Matchbälle hatte! Sch... ! Das tut weh! Wir spülen den Ärger mit einem Bierchen hinunter, verzehren ein paar Nachos dazu und versuchen, uns auf das Endspiel zwischen Kim Clijsters und Vera Zwonarewa zu freuen.
Das Stadion ist gewaltig, über 20'000 Menschen gehen hier rein. Eröffnet wird das Match feierlich von Chaka Khan. Sie fordert die Zuschauer zuerst zu einer Gedenkminute auf, schliesslich ist heute der 11. September. Tatsächlich, die vielen Tausend Menschen erheben sich und schweigen für eine Minute. Das gibt schon mal die erste Gänsehaut. Die zweite überkommt mich, als sie ein hymnenähnliches Lied singt und ein paar Offiziere auf dem Tennisplatz eine riesige USA-Flagge über dem Platz aufrollen. Ein super schönes Bild.
Das Tennismatch wird da fast zur Nebensache. Vor allem weil Kim Clijsters die Russin in einer Stunde vom Platz fegt - ein kurzes Vergnügen also.
Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und wir sind positiv überrascht, wie problemlos diese riesige Masse Menschen aus dem Gelände hinaus gelotst werden. Auch die U-Bahn fährt jetzt sehr fleissig und wir sind recht rasch wieder zurück in der Innenstadt.
In einem Pub in der Nähe unseres Hotels gönnen wir uns einen Schlummertrunk, dann fallen wir müde und zufrieden ins Bett.








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